Ein großer Stein liegt inmitten von trockenem Gras und Piniennadeln auf einem ruhigen Waldweg – Symbol für Stille und innere Zentrierung in der Meditation.

1. Juli 2026

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Meditationstechnik

Meditation nimmt in den westlichen Mysterien und vielen anderen spirituellen Traditionen einen wichtigen Platz ein. In diesem Artikel geht es vor allem um die Technik.

Israel Regardie beschreibt in seinem Buch The Middle Pillar: The Balance between Mind and Magic zwei grundlegende Haltungen für Meditations- und Visualisierungsarbeit: die östliche und die westliche Pose.

Östliche Haltung (Eastern Pose) Dafür brauchst du ein Kissen, ein Polster oder eine gefaltete Decke auf dem Boden. Setze dich auf die vordere Kante des Kissens, sodass die Hüften leicht angehoben sind und der untere Rücken gut gestützt wird. Die Beine sind im Schneidersitz positioniert – der linke Fuß liegt unter dem rechten Oberschenkel, der rechte unter dem linken. Halte die Knie auf gleicher Höhe, den Rücken gerade, lege die Handflächen auf die Knie und entspanne die Ellenbogen. Schließe die Augen und atme ruhig und rhythmisch. Nun kann die eigentliche Meditation beginnen.

Westliche Haltung (Western Pose) Hierfür benötigst du einen Stuhl und ein kleines Kissen. Setze dich auf die vordere Hälfte des Stuhls, sodass die Wirbelsäule frei von der Lehne bleibt. Lege das Kissen unter die Füße, damit der Unterschenkel einen rechten Winkel zum Oberschenkel bildet. Die Beine können leicht geschlossen oder leicht geöffnet sein. Lege die Handflächen auf die Oberschenkel, halte die Ellenbogen entspannt und die Wirbelsäule gerade. Schließe die Augen und atme rhythmisch. Die Meditation kann beginnen.

[Quelle: Israel Regardie, The Middle Pillar: The Balance between Mind and Magic, 2004, Seite 154]

Die Wahl der Haltung ist natürlich sehr individuell. Manche meditieren gerne liegend auf dem Boden oder im Bett. Für mich persönlich ist das jedoch suboptimal, da ich dabei schnell einschlafe – ein Zustand, den ich in der Meditation vermeiden möchte. Die aufrechte Sitzposition hat für mich den großen Vorteil, dass ich fast überall meditieren kann, wenn es nötig oder gewünscht ist. Ein Hinlegen an einem öffentlichen Ort ist deutlich schwieriger.

Räuchern oder Essenzen nutze ich gelegentlich als zusätzliche Unterstützung, aber selten. Ich möchte meine Meditation nicht davon abhängig machen und auch ohne diese Hilfsmittel gute Ergebnisse erzielen.

Meine eigene Praxis

Als Morgenmensch meditiere ich am liebsten direkt nach dem Aufstehen – noch vor Kaffee, Dusche und vor allem vor dem Einschalten des Telefons. So bleiben äußere Gedanken möglichst draußen. Ich schaue auf die Uhr, um den genauen Startzeitpunkt zu notieren.

Ich sitze aufrecht in der westlichen Haltung nach Regardie. Ob mit oder ohne Kissen ist für mich zweitrangig. Entscheidend ist, dass ich bequem genug sitze, um längere Zeit ruhig zu bleiben, ohne dass Beine einschlafen oder schmerzen.

Vor der eigentlichen Meditation mache ich in dieser Position ein kurzes Ritual, in dem ich Dankbarkeit ausdrücke und mich auf das Göttliche ausrichte. Danach gehe ich in die Stille. Jede Meditation hat ein klares Thema oder eine konkrete Frage. Dieses Thema vorher bewusst zu definieren, ist wichtig – sonst verliert man sich schnell im Gedankenstrom.

Ich habe für mich festgestellt, dass ich die tiefsten Einsichten erhalte, wenn ich ein Thema drei Tage hintereinander meditiere. Am ersten Tag kommen viele neue Erkenntnisse, am zweiten wird es oft ruhiger, und am dritten Tag zeigt sich häufig die Essenz. Das Unterbewusstsein arbeitet dabei nicht nur während der Sitzung, sondern über die gesamten drei Tage hinweg.

Es gibt natürlich auch Tage, an denen die Gedanken wild durcheinanderwirbeln. Das ist völlig in Ordnung. Die beste Methode damit umzugehen ist, sie einfach zu identifizieren und gehen lassen – wie vorbeiziehende Geräusche. Versucht man sie aktiv zu unterdrücken, erzeugt man nur den berühmten blauen Elefanten.

Meine Sitzungen dauern meist 20 bis 30 Minuten. Danach schreibe ich meine Erkenntnisse auf. Dieser Schritt ist für mich essenziell. Das Notieren von Ort, Zeit, Datum, Bildern und Einsichten hilft, die Erfahrungen zu verankern und später zu überprüfen. Es unterstützt außerdem die eigene Entwicklung – in einer Mysterienschule kann ein Lehrer oder Pate anhand des Tagebuchs den Weg begleiten und korrigierend eingreifen. (Was genau eine Mysterienschule ist und worauf man dabei achten sollte, werde ich bei Gelegenheit in einem separaten Artikel behandeln. Wer nicht warten möchte, kann mich gerne per E-Mail kontaktieren.)

Die Meditation ist inzwischen ein fester Bestandteil meines täglichen Rituals. Es gelingt nicht immer, aber ich versuche, so konsequent wie möglich dabei zu bleiben.

Was ich vermeide

  • Nach dem Essen zu meditieren (die Verdauung macht müde und die Ergebnisse leiden darunter).
  • Geführte Meditationen im Alltag (außer bei speziellen Pfadarbeiten von erfahrenen Eingeweihten).
  • Sehr große und komplexe Themen auf einmal zu bearbeiten – ich teile sie lieber auf.
  • Mich durch Zwang oder schlechtes Gewissen zum Meditieren zu drängen. Am Anfang hat nicht jeder Tag dieselbe Qualität. Mit der Zeit wird es zur natürlichen Gewohnheit.