Articles for author: Suchender

Aufgeschlagenes altes Buch neben einer brennenden Kerze, im Hintergrund ein helles Tor

Warum spirituelles Wissen allein nicht trägt

Die meisten, die sich mit spirituellen oder mystischen Themen beschäftigen, beginnen mit Büchern oder einem Kurs. Man liest, sammelt Informationen und bekommt ein Gefühl dafür, worum es gehen könnte. Die Theorie ist da. Was oft noch fehlt, ist das Verständnis. Für mich war lange Zeit nicht klar, dass Wissen und Verständnis zwei verschiedene Dinge sind. Wissen kann man aufnehmen. Verständnis entsteht erst, wenn man sich mit dem Gelesenen auseinandersetzt – wenn man es prüft, darüber nachdenkt und es in der eigenen Erfahrung spürbar wird. Irgendwann kommt bei vielen der Punkt, an dem man etwas ausprobieren will. Bei mir war das

Mystische Darstellung des Baums des Lebens mit Fokus auf den Übergang von Jesod nach Malchut

Manifestation: Warum Wünsche allein nicht reichen

Warum Manifestation oft scheitert – Vom Wunsch zur Wirklichkeit Vor einiger Zeit habe ich bereits einige Gedanken zu dem niedergeschrieben, was heute oft unter „Manifestation“ verstanden wird – vor allem in der Form, wie sie in Social Media und bei Influencern auftaucht. Damals ging es mir vor allem um den Unterschied zwischen Wunsch und Haltung und darum, dass reines Visualisieren ohne entsprechendes Handeln meist wenig bewirkt. Hier möchte ich etwas genauer hinschauen. Nicht auf Techniken oder Affirmationen, sondern auf den eigentlichen Übergang: Wie wird aus einem inneren Bild oder Impuls etwas Greifbares? Und warum bleibt dieser Übergang so oft aus?

31. Juli 2026

Suchender

10 der Münzen im Thoth-Tarot – Wealth (Reichtum), Zehnerkarte der Erde in Verbindung mit Malchut

Die 10er im Tarot – Malchut und die Elemente

In der kleinen Arkana werden die vier Suiten (Farben, Reihen) den Elementen zugeordnet. Die Stäbe entsprechen dem Feuer und damit dem Willen und der inneren Kraft. Die Kelche gehören zum Wasser und berühren Emotionen und inneres Erleben. Die Schwerter stehen für die Luft, also für das Denken und die mentalen Qualitäten. Die Münzen schließlich sind der Erde zugeordnet und betreffen Materie und Manifestation. Die Zehnerkarten stehen in besonderer Verbindung zur Sefira Malchut, dem Bereich der Manifestation. Hier wird greifbar, was zuvor nur Anlage oder Bewegung war. Bei den Titeln der Zehnerkarten gibt es leichte Unterschiede zwischen Aleister Crowley und dem

Langer Flur im Boleskine House mit schwarz-weißem Schachbrettboden, Säulen und Kronleuchter

Boleskine House am Loch Ness

Während einer Rundreise durch Schottland haben wir auch Loch Ness besucht. Bei der Planung der Route war der See ohnehin ein fester Punkt – irgendwie gehört er dazu, wenn man in dieser Region unterwegs ist. Eigentlich war ein Besuch nicht geplant. Doch ich erinnerte mich an eine Dokumentation, die ich vor längerer Zeit gesehen hatte, und an die Geschichte von Aleister Crowley. Das Interesse war geweckt. Anfangs hatte ich noch leichte Bedenken. Am Ende war der Besuch (für mich persönlich) jedoch das bisherige Highlight der gesamten Schottlandreise. Für den Rest der Familie war es schlicht ein schön renoviertes Haus. Das

Symbolische Darstellung der Sefira Jesod: Ein schöner nackter Mann vor einem großen purpurnen Mond. Jesod steht für das Fundament, das Unterbewusste und die astrale Ebene.

Jesod – Zwischen Kontrolle und innerer Umwandlung

Die Sefira Jesod steht in enger Verbindung mit dem Unterbewussten und der Astralebene. Hier wirken Kräfte, die oft nicht bewusst wahrgenommen werden – Instinkte, Muster, Triebe und tief verankerte Gewohnheiten. Ein wesentlicher Aspekt dieser Sefira scheint darin zu liegen, wie wir mit diesen inneren Bewegungen umgehen. Viele Menschen versuchen, unerwünschte Verhaltensweisen oder innere Zustände durch bewusste Kontrolle zu verändern. Das ist ein nachvollziehbarer und oft auch notwendiger erster Schritt. Doch wer schon einmal versucht hat, ein tief verwurzeltes Verhalten dauerhaft zu ändern, weiß, wie begrenzt reine Willenskraft auf Dauer ist. Man kann sich für eine gewisse Zeit zusammenreißen, doch sobald

Zehn der Schwerter aus dem Rider-Waite Tarot. Eine Figur liegt am Boden mit zehn Schwertern im Rücken, während im Hintergrund die Sonne aufgeht. Symbol für ein tiefes Ende und die Möglichkeit eines Neuanfangs.

Tarot als Spiegel der inneren Welt

Wenn man sich mit Tarot beschäftigt, bewegt man sich schnell zwischen zwei Polen: Entweder man nimmt die Karten sehr wörtlich und sucht nach konkreten Aussagen über die Zukunft oder über andere Menschen. Oder man sieht in ihnen nur subjektive Projektionen ohne jeden tieferen Gehalt. Beides greift zu kurz. Tarotkarten sind mehr als nur Bilder oder Deutungsmuster. Sie stehen in Verbindung mit Archetypen – mit grundlegenden Mustern menschlichen Erlebens, die über das Persönliche hinausgehen. Eine Tarotkarte ist in diesem Sinne kein bloßes Abbild einer äußeren Situation, sondern ein Symbol, das eine archetypische Kraft oder Qualität sichtbar machen kann. Das Entscheidende ist

Blaues leuchtendes Pentagramm, das sanft in einem dunklen Raum erstrahlt. Symbol für rituelle Öffnung und Schließung sowie spirituelle Ausrichtung.

Das Pentagramm-Ritual

Es wird in der Literatur oft als „Banishing Ritual“, „Lesser Banishing Ritual of the Pentagram“ oder einfach als Pentagramm-Ritual bezeichnet. Ich selbst nenne es, so wie ich es gelernt habe, einfach das Pentagramm-Ritual. Der Begriff „Verbannung“ oder „Vertreibung“ passt für mich nicht so recht. Für mich steht dieses Ritual vor allem für die bewusste Öffnung und Schließung eines Raumes – für das klare Setzen eines Anfangs und eines Endes. Wenn man sich anschaut, wonach Menschen im Zusammenhang mit dem Pentagramm suchen, tauchen immer wieder ähnliche Begriffe auf: die Bedeutung des Pentagramms, seine spirituelle oder schützende Wirkung, der Trudenfuß oder die

Zeitgenössischer Kupferstich aus dem Jahr 1765, der die Bête du Gévaudan zeigt – ein menschenfressendes Wesen, das 1764–1767 in Südfrankreich zahlreiche Opfer forderte.

Werwölfe und die Astralebene – Gedankenformen und kollektive Mythen

Einleitung Der Begriff Werwolf stammt aus dem Germanischen und setzt sich aus „wer“ für Mann und Wolf zusammen. Er beschreibt damit den Mann, der zum Wolf wird – eine Wandlung. Als Phänomen gehört die Verwandlung von Menschen in Wölfe, die Lykanthropie, zum größeren Bereich der Therianthropie, also der Fähigkeit von Menschen, sich in Tiere zu verwandeln oder tierische Eigenschaften anzunehmen. Die Lykanthropie bezeichnet dabei speziell die Transformation in einen Wolf. Neben historischen und psychiatrischen Deutungen existiert auch eine spirituelle Betrachtung dieses Phänomens. In dieser Auseinandersetzung spielen Vorstellungen der Astralebene und von Gedankenformen eine zentrale Rolle. Historische Deutungen des Phänomens Im

Klassischer Kupferstich eines Gelehrten, der bei Kerzenlicht konzentriert in einem großen alten Buch liest und studiert. Symbol für Wissensdurst und die ernsthafte Auseinandersetzung mit den westlichen Mysterien.

Lohnt es sich, sich mit den westlichen Mysterien zu beschäftigen?

Über die Jahre habe ich mich immer wieder mit unterschiedlichen spirituellen Themen beschäftigt. Mal waren es Runen, dann Qi Gong, später nordische Mythologie, Erdmagie und Hexentum. Allen diesen Stationen war gemeinsam, dass sie eher nebenbei stattfanden. Ich habe mich damit befasst, wenn ich Lust oder Zeit hatte – aber wirklich tief bin ich nie eingetaucht. Denn echtes spirituelles Arbeiten ist kein Hobby, das man einfach so nebenbei betreibt. Es verlangt Passion, Hingabe und eine gewisse Ernsthaftigkeit. Viele Jahre stand der Fokus auf meiner Arbeit im Vordergrund – aus gesellschaftlichen Gründen und weil man nun mal leben muss. Das bestreite ich

Ein großer Stein liegt inmitten von trockenem Gras und Piniennadeln auf einem ruhigen Waldweg – Symbol für Stille und innere Zentrierung in der Meditation.

Meditationstechnik

Meditation nimmt in den westlichen Mysterien und vielen anderen spirituellen Traditionen einen wichtigen Platz ein. In diesem Artikel geht es vor allem um die Technik. Israel Regardie beschreibt in seinem Buch The Middle Pillar: The Balance between Mind and Magic zwei grundlegende Haltungen für Meditations- und Visualisierungsarbeit: die östliche und die westliche Pose. Östliche Haltung (Eastern Pose) Dafür brauchst du ein Kissen, ein Polster oder eine gefaltete Decke auf dem Boden. Setze dich auf die vordere Kante des Kissens, sodass die Hüften leicht angehoben sind und der untere Rücken gut gestützt wird. Die Beine sind im Schneidersitz positioniert – der